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Yves · Einige Rechte vorbehalten · 12 min Lesezeit

August 2018 - Weltreise Update

Komm mit auf unserer Reise durch die Berge des wundervollen Georgiens, über die wüsten Landstraßen von Aserbaidschan, auf eine chaotische Überfahrt per Containerschiff nach Kasachstan und einer Zugfahrt durch Usbekistan. Plus, ein bedauernswerter Fehler der uns beide sehr, sehr, SEHR krank machte.

Kaukasus

Wir verließen das Schwarze Meer, um die Region Swanetien im Kaukasus zu entdecken. Sie liegt zwischen den beiden separatistischen Regionen Georgiens. Unser erstes Ziel war Zugdidi, die letzte Stadt vor dem langen Weg in die Bergstadt Mestia. Bevor wir dort hinradeln konnten, mussten wir unsere Nahrungsreserven aufstocken. Der Plan war für 4 Tage Essen mitzunehmen, also eine begrenzte Menge an frischen Lebensmitteln und viel trockene Nahrung: Haferflocken, Brot, Milchpulver, Couscous , Reis, Buchweizen, Nüsse, getrocknete Früchte, Soßen in Konserven usw.
Als wir in einem der seltenen Supermärkte Georgiens einkaufen gingen, trafen wir Tine & Wim, zwei erfahrene belgische Radfahrer, die sich wie wir auf den Aufstieg vorbereiteten. Es beruhigte uns, dass andere Menschen genauso abenteuerlustig waren wie wir.

An unserem ersten Tag Richtung Mestia wurde die Sonne durch Wolken ersetzt und steile Anstiege ersetzten die flache Straße. Während wir nach unserem ersten Campingplatz suchten, lud uns ein Einheimischer ein, in seiner Pension zu wohnen, die er gerade baute, kostenlos! Die Wasserquelle, Chacha (Schnaps), süße Früchte und ein großartiger Anblick auf den Stausee waren eine sehr erfrischende Ergänzung. In der Nacht hatten wir die Gesellschaft eines flauschigen Hundes, er beschützte uns, das dachte ich zumindest. Später in der Nacht kamen zwei große Hunde auf das Grundstück und erst als ich aufwachte und rausrannte, fand er den Mut sie wie ein kleiner flauschiger tollwütiger Hund zu verjagen. Um dir ein besseres Bild zu geben welche Art von Hund er war: Am nächsten Morgen aß er eine Wespe und wir dachten er würde sterben, er schaffte es irgendwie und versuchte dann noch mehr Wespen zu essen… so eine Art von Hund.

Schnee bedeckte Gipfel

Auf dem Weg hoch nach Mestia, wurde das Klima kühler, die Straßen waren eine gute Mischung aus beständigem Anstieg und einigen schwierigen Steigungen. Wir radelten an ein paar Wasserfällen vorbei, sahen die ersten schneebedeckten Gipfel und Swanetischen Wachtürme. Der Fluss zum Stausee floss immer wilder, die Klippen wurden steiler, Baden war unmöglich. Gegen Mittag trafen wir immer wieder auf Tine & Wim, die zu Mittag aßen, also hielten wir an, teilten Essen, Geschichten und diese wunderschönen Landschaften mit ihnen.

Am 4. Tag kamen wir endlich in Mestia an, einem touristischen Städtchen, in dem Wanderer ihren Weg zu Gipfeln, Gletschern und winzigen Dörfern in den Bergen beginnen. Wie an jedem anderen Tag aßen wir mit dem Pärchen aus Belgien zu Mittag. Dann fanden wir eine sprudelnde Wasserquelle, das köstlichste Süßwasser, das wir je getrunken haben. Ihr Plan war, in einem Gasthaus eine Pause zu machen, bevor sie weiter zum Zagaro-Pass auf 2700m aufbrachen. Unser Plan war es, weiterzufahren, also verabschiedeten wir uns und fuhren weiter nach Ushguli, einem der höchsten ununterbrochen bewohnten Bergdörfer Europas. Bevor wir abreisten, mussten wir uns allerdings wieder mit Essen eindecken, es würde weitere 4 Tage dauern, bis wir irgendeine Stadt erreichen würden.

Der Weg zum Zagaro-Pass hatte ein paar Tücken: Zuerst kam der Ugviri-Pass auf 2480m, hiernach wurde aus der asphaltierten Straße ein Kies- und Schlammweg. Das Wetter wurde instabil, wir hatten Angst, bei nebligem und regnerischem Wetter auf dem Pass stecken zu bleiben. Die Anstiege wurden sehr felsig, steil und schwierig. Die geplante Distanz bei den Bedingungen zurückzulegen war eine Herausforderung. Dazu kommt noch, dass unsere Route als eine der gefährlichsten Straßen der Welt markiert war. Die Landschaften, die Idee, Ushguli zu erreichen, und der Zagaro-Pass motivierten uns weiterzumachen, unsere Körper waren mit Adrenalin und unsere Köpfe mit Endorphin vollgepumpt.

Unser Aufstieg durch das Dorf Ushguli

Wir erreichten schließlich Ushguli, genossen die Aussicht, freundeten uns mit ein paar herumstreunenden Schweinen an, füllten unsere Wasservorräte auf und fuhren weiter. Der Pass war noch ein paar Kilometer weiter. Unsere körpereigenen Drogen wichen und wurden durch geistige und körperliche Erschöpfung ersetzt, wir begannen alle 10 Minuten Pausen zu machen, wir wurden jammerig, wütend, und fingen an zu streiten.

Nachdem wir den Pass erreicht und unser Zelt aufgebaut hatten, rettete uns Captain Picard an Bord der Enterprise-E. Warte, eh… ich meinte: Merab, ein Physikprofessor, ein Star Trek-Fan (wie ich), und sein riesiger 4x4-Toyota hatten uns entdeckt. Er bot uns Wasser, Jogurtdrinks und Proteinpulver an. Was für ein Held!

Am nächsten Tag war der Weg noch schwieriger, die Straßen verwandelten sich in eine felsige, schlammige und nasse Achterbahn, eine Freude, hätten wir Mountainbikes. Mimouna hatte eine besonders harte Zeit, wir hielten 6 Mal an, um ihr Fahrrad zu reparieren. # 1 Die Schutzbleche waren durch Schlamm verstopft, # 2 der Mantel des Hinterrads riss, # 3 infolgedessen explodierte der hintere Schlauch, # 4 die Lenkertasche ging kaputt, # 5 eine Schraube der Hintertasche verschwand, # 6 eine weitere Inspektion zeigte, dass der Gepäckträger dabei war sich zu lösen. Woaw. Wir verloren Stunden damit dieses Chaos zu beheben und dann stellten wir fest, dass eine ihrer Radhosen fünf Kilometer zuvor verschwunden war. Wir brauchten enorm viel Zeit, um nur 35km im Schlamm zu fahren, es fühlte sich an, als ob wir gerade 80km gefahren wären.

Am Ende des zweiten Tages waren die Straßen wieder teilweise asphaltiert und wir waren auf dem Weg nach Tiflis. Leider hat Georgien sehr schlechte Nebenstraßen, sie sind meist aus grobem Schotter. Also entschieden wir uns, nach ein paar unangenehmen Umwegen auf der Autobahn zu fahren, die Polizei schien sich nicht darum zu kümmern und ein breiter Seitenstreifen schützte uns vor Autofahrern.

Tiflis

Begeistert davon endlich in die georgische Hauptstadt zu kommen, hofften wir unsere Fahrräder reparieren und reinigen zu können, Ersatzteile zu beschaffen, uns selbst zu waschen, uns auszuruhen und vor allem mit Mimounas Bruder Kerim und seiner Partnerin Diana zu chillen.

Diana und Kerim um sich zu haben war schön, sie fuhren mit Kerims VW-Bus einen ähnlichen Weg von Berlin nach Georgien. Mit ihnen zusammen fühlten wir uns fast wie zu hause, wir teilten köstliche Mahlzeiten, entspannten uns in Spas und besichtigten die Stadt. Während wir auf unser chinesisches Visum warteten, planten wir einen Ausflug. Wir beschlossen, die Region Kachetien zu erkunden, wir sprangen in ihren T4 und ließen unsere Fahrräder in Tiflis zurück. Erinnerst du dich an den bedauernswerten Fehler, den ich in der Einleitung erwähnt habe? Wir sind fast da.

Nach ein paar Stunden Roadtrip stoppten wir auf einer grünen Wiese in der Nähe eines Flusses, Bergen umgaben uns. Wir hatten einen tollen Badeplatz entdeckt, genossen die Sonne und Mimouna schnitt mir im Freien die Haare - warum nicht. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter und fanden einen weiteren schönen Ort im Wald. Zuerst waren wir allein. Wir bereiteten leckeres Essen zu, bauten das Camp auf, entspannten uns, und testeten unseren neuen Benzinkocher mit gemischten Ergebnissen.

Unser Badeplatz von oben

Als sich der Tag dem Sonnenuntergang näherte, rückte eine Gruppe von Männern an, sie begannen ein Grillfest, packten Liter um Liter von hausgemachtem Wein und Schnaps aus und luden uns natürlich ein. Mit der Zeit schlossen sie uns in ihre Herzen, glücklicherweise hatten wir Diana, die perfekt Russisch spricht und alles übersetzte. Toast nach Toast, Geschichte nach Geschichte, wurden wir betrunkener und betrunkener. Das Brot, der Käse und die Tomaten waren köstlich, aber nicht genug, um mit dem hochprozentigen Wein fertig zu werden - wenn man das Gebräu noch Wein nennen kann. Mimouna und ich gingen früh schlafen, unsere müden Körper waren nicht an diese Menge Alkohol gewöhnt. Dies ist der Beginn einer schrecklichen Nacht.

Zuerst Gewitter, sehr sehr nahe Gewitter, ohrenbetäubender Donner, Eimerweise Regen, der jede Sekunde auf unser Zelt strömte. Der Boden vibrierte bei jedem Donnerschlag irgendwo im Umkreis von 4 km. Es war ein schreckliches Gefühl, im Zelt zu liegen. Ich war versteinert, und jetzt, als ich wach wurde, wurde mir klar, wie schlecht ich mich fühlte. Ich musste raus, aber ich konnte nicht, also versuchte ich zu schlafen, hah. Der Sturm beruhigte sich schließlich und erlaubte mir, ein erstes Mal rauszugehen. Ich kotzte, aber es war nicht genug, mein Gehirn oder was davon übrig war, wollte meinen Körper in jeder Hinsicht reinigen, also legte ich völliger Dunkelheit einen ersten Haufen. Gut, dass ich die Kunst des Wildcampens seit ein paar Monaten trainierte. So ging es ein paar Mal in der Nacht. Am Morgen wurde mir klar, wie schwach ich geworden war, mein Appetit war weg, ich konnte nichts essen und trinken, ohne mich zu übergeben. Ich hatte Angst, mich zu erkälten, weil sich mein Immunsystem geschwächt anfühlte. Mimouna fing auch an sich schlecht zu fühlen, so lagen wir im Bulli herum und versuchten zu schlafen, rannten immer wieder aus, wenn unser Körper es verlangte. Mit der Zeit war mein Darm völlig leer, also begann ich Blut zu spucken. Als ob die Situation nicht schlimm genug wäre, fragte ich mich jetzt, ob ich zusätzlich zu meiner ersten Alkoholvergiftung Magengeschwüre hatte.

Das Gelage

Angesichts unseres Zustands beschlossen wir kollektiv, nach Tiflis zurückzukehren und ein gemütliches Zuhause für die nächste Nacht zu finden. Die Rückfahrt war eine weitere Geduldsprobe, wir brauchten 30% mehr Zeit um nach Tiflis zurückzufahren, Mimouna musste sich mehrmals übergeben, ich versuchte mich zusammenzureißen und wir verloren einen meiner Schuhe wegen der vielen Stopps. Aber wir haben es geschafft. Unsere Situation wurde in den nächsten 2 Tagen allmählich besser, es brauchte Zeit, Wasser, Elektrolyte und trockenes Brot. Seitdem haben Mimouna und ich eine strenge Alkoholpolitik auf dieser Reise, den ganzen Tag Radfahren passt nicht gut zu Alkoholkonsum. Lektion gelernt.

Mit erholtem Magen verbrachten wir die nächsten Tage damit, das zu tun, was wir am besten können: Entspannen, gemeinsam essen und Kaffee schlürfen. Mit unserem chinesischen Visum in der Tasche war es nun Zeit, sich zu verabschieden und in das nächste Land zu fahren: Aserbaidschan.

Aserbaidschan

Unser Plan war, innerhalb von 5 Tagen nach Osten zum Hafen von Alat zu fahren und mit einem Frachtschiff über das Kaspische Meer nach Kasachstan zu fahren.

Das Straßenbild war manchmal grotesk, besonders in der zweitgrößten Stadt, Ganja. Massive sowjetische Denkmäler, Parkanlagen und Gebäude begrüßten uns auf großen, leeren Alleen. Verzierte und geschnitzte Wände führen in und aus einigen Städten, und große Plakatwände mit dem Präsidenten, die einen überall willkommen heißen. Natürlich immer dasselbe Gesicht vor unterschiedlichen Hintergründen. Hinter dieser Fassade entdeckten wir Schotterstraßen, Armut und wackelige Häuser. Von da an fragten uns die Leute mehr und mehr, ob wir in US-Dollar zahlen möchten, da ihr Geld nicht viel wert ist. Im Hafen von Alat mussten wir sogar in USD bezahlen, der Geldautomat enthielt kein Manat, oder zumindest nicht genug, um ein Fährticket zu bezahlen.

Dies bringt uns zur aserbaidschanischen Bürokratie. OH. MANN. Der Kauf eines Fährtickets ist möglich, solange man hart bleibt und man immer wieder viele Fragen an viele verschiedene Leute stellt. Niemand von den Mitarbeitern kann einem auch nur eine einzige klare Antwort darüber geben wie es weitergeht. Niemand sagte uns, wann das Boot ankommen würde, also haben wir mehrmals am Tag nachgesehen. Schließlich haben wir wegen schlechtem Wetter 3 Tage gewartet. Es war nicht so schlimm, wir bauten ein kleines Camp mit anderen Radfahrern, Trampern und Reisenden hinter dem Fährhaus auf. Wir tauschten viele Informationen, lachten uns aßen. Nach 5 Tagen auf aserbaidschanischen Straßen, in der Sonne, gegen den Wind, war es eine schöne Pause.

Kochen in unserem Hafencamp in Alat

Leider war im Hafen nicht alles super, es gab 4 dreckige Toiletten für hunderte von Leuten, frisches Wasser war selten, manchmal mussten wir einen halben Tag warten, um ein paar Liter zu bekommen. Gemüse und Früchte waren rar im Laden. Strom war knapp, es gab 2 Steckdosen, eine im Café und eine andere im Büro. Jetzt stellst du dir wahrscheinlich Gebäude vor, lösch dieses Bild aus deinem Kopf, all diese Dienste wurden in 3 verschiedenen Schiffscontainern bereitgestellt, ohne Hinweis darauf, was sich in ihnen befand.
Als wir die Grenze überquerten und an Bord gingen, fragte der Offizier Mimouna, wo ihr Auto sei. Nach einer Weile merkten wir, dass die Beamten bei der Einreise irgendwie markiert hatten, dass sie mit dem Auto nach Aserbaidschan kam… Ein Mercedes um genau zu sein. Nach einiger Zeit korrigierten sie das Problem und wir durften aufs Schiff. Aserbaidschanische Bürokratie von ihrer besten Seite.

Die Kreuzfahrt war rustikal, eine 2-Bett-Kabine, geteilte Badezimmer, kleine primitive Mahlzeiten, alles roch nach Heizöl, ich nehme an, das war der Treibstoff des Schiffes. Wir verbrachten 2 Tage mit dem Überqueren des Kaspischen Meeres, bevor wir um 1 Uhr morgens ausstiegen und von einer mürrischen kasachischen-Grenzeinheit begrüßt wurden. Sie durchsuchten absolut alles, wir warteten auf mehrere Polizisten, die uns durch verschiedene Kontrollpunkte leiteten, alle stellten uns dieselben Fragen, wie ihre Kollegen zuvor. Wir waren müde und genervt, wir wollten nur schlafen.

Chillen auf dem Deck des Bootes mit anderen Reisenden

Kasachstan

Wir radelten ein paar Kilometer die Straße hinauf und kampierten mit anderen Leuten hinter einer Bushaltestelle. Leider weckte dies einen Hund, der endlos bellte, bis der Besitzer aufwachte und darauf bestand, dass wir alles abbauten und in seinem Haus kampierten. Das lehnten wir ab, da wir uns einfach nur hinlegen wollten. Am Morgen wachten wir auf, der Mann hatte frisches Wasser und Brot für uns bereitgestellt, solch ein schöner und herzlicher Empfang! Wir dankten ihm, schüttelten ihm die Hand und radelten nach Aktau.

In Aktau hatten wir das überraschende Vergnügen, zum ersten Mal seit Bulgarien europäische Marken, süße Backwaren und andere westliche Lebensmittel zu einem günstigen Preis zu finden. Wir füllten unsere Mägen mit deutschen Puddings und französischem Pain au Chocolat. Nach Aserbaidschan war dies der Himmel auf Erden.

Obwohl Kasachstan sehr ansprechend war, die Leute schienen “normal” und locker drauf zu sein, manche begrüßten uns sogar mit “Astana Cycling Team!” hatten wir andere Pläne, von Aktau nach Buchara (Usbekistan) gibt es nicht viel außer 2000km Wüste. So buchten wir eine 2-tägige Zugfahrt.

Der erste Zug brachte uns von Aktau nach Beyneu, der letzten kasachischen Stadt, es war ein so bequemer Zug, nicht nur sauber und geräumig, er war besser als alle europäischen Nachtzüge, mit denen ich je gefahren war und übertraf sogar der Komfort von ICE, TGV, Eurostar und Thalys, sorry Europa soweit sind wir einfach noch nicht.

In Beyneu mussten wir um 4 Uhr morgens umsteigen, dieser Zug würde spät am Abend in der usbekischen Stadt Nukus ankommen. Es war ein brutaler Kontrast zu dem vorherigen Zug, die einzige Ähnlichkeit war, dass es ein Nachtzug war. War es sauber? Auf keinen Fall. Geräumig? Nein, die Leute saßen buchstäblich auf meinem Schoß. Leise? Absolut nicht, es gab keine Kabinen, keine Türen und Verkäufer liefen durch den Zug und boten absolut alles an, von iPhones über Hosen bis hin zu getrocknetem Fisch, Brot, Tee, Kaffee, Schnaps, wie auch immer. Der Zug war ein fahrender Markt. Es war nicht bequem, es gab keine Decken, keine Kissen. Es roch nach quaranta formaggi, die Toilette war schrecklich und es war schwierig unter diesen Bedingungen zu schlafen. Es war offensichtlich ein Zug, in dem viel Schmuggelware transportiert wurde, jeder schmuggelte etwas, Leute schoben Kisten und Taschen herum, um Dinge zu verstecken. Aber es gab keinen Ort, wo man etwas verstecken konnte, das war die einzige Idee, nach der dieser Zug gebaut wurde, das Design erlaubte Grenzpatrouillen absolut alles zu kontrollieren.

Der Basarzug von innen

Und sie kontrollierten alles, als sie in den Zug kamen. Die Stimmung wechselte von einem lauten Basar zu ängstlicher Stille. Sie nahmen zufällige Leute mit und gingen, die Sprachbarriere für uns machte es noch seltsamer, wir konnten nur raten, was vor sich ging. Einige von ihnen kamen scheinbar erleichtert zurück, um Minuten später wieder weggebracht zu werden. In gestapelten Reisepässen wurden Bestechungsgelder weitergegeben, die Bullen spielten mit großmäuligen Passagieren Spielchen und gaben ihnen bis zum letzten Augenblick ihre Pässe ohne Ausreisestempel zurück. Sie waren recht nett zu uns und wir wurden nur schnell durchsucht, was sie am meisten interessierte waren unsere Handybilder. Bei der Einreisen nach Usbekistan, wurde die gleiche Show erneut abgezogen.

Usbekistan

Wir kamen schließlich in Nukus an, der Hauptstadt von Karakalpakstan, einer autonomen Republik in Usbekistan. Erleichtert auszusteigen, aus dem was wir heute den “Zirkuszug” nennen. Der nächste Zug würde erst am nächsten Nachmittag abfahren und uns Zeit geben, die Stadt zu besuchen. Die Leute freuten sich, uns zu treffen, zufällig war irgendeine Art von Nationalfeiertag, so hatten wir die Gelegenheit, viel lokale Folklore und Kultur zu sehen. Die Stadt war ein guter Ort zum Fahrradfahren, Menschen fuhren auf alten soliden Rennrädern herum, charmant!

Nach der unvergesslichen Zugfahrt waren wir froh, eine Kabine für uns alleine bis Buchara zu haben, die nächsten 1000 km Wüste vom Fenster aus zu beobachten und unsere Reise durch Usbekistan zu planen.
Über diese werden wir in unserem nächsten Artikel berichten.

Aus Chengdu, China, dem Land der Pandas, Yves.


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